Seit August 2018 wird Fischmüllers Kabinett durch ein zusätzliches Format bereichert.

Die Künstler/innen des Monats (siehe „Der Automat“) haben die Möglichkeit das Schaufenster im jeweiligen Monat künstlerisch zu gestalten.

Den Beginn macht die in New York aufgewachsene und in Freiburg lebende Künstlerin Laurie Mlodzik.

Lauries Arbeit ist immer auch politisch motiviert. Ihre schlagwortartigen Texte stehen wie imperative Statements im Raum.

Durch Anordnung und gezielt plakative Setzung der Buchstaben und Farbkomposition, läuft sie nie Gefahr der eindimensionalen politischen Botschaft, sondern erzielt immer auch ein irritierendes Moment.

Für das Fischmüllers-Schaufenster hat sie als Hintergrundbeleuchtung rein künstliche Neonfarben gewählt, die in der „Natur“ nicht vorkommen. Das Farbspektrum ist teilweise dem der Pride angelehnt, was zum Einen der Textaussage Gewicht verleiht, zum Anderen einen wunderbaren Kontrast zur lieblichen Fischerau – und besonders zum 600 Jahre alten weiß getünchten Gemäuer bewirkt.

Inhaltlich mag ihr Anliegen aus ihrem vielschichtigen genetischen, kulturellen und geographischen Hintergrund inspiriert sein. Laurie erscheint wie ein lebender Beweis, dass man mit einer uneindeutigen Identität weder unnötige Assimilierungsverrenkungen vollziehen muss, noch seine Energie in überflüssige Abgrenzungsmanöver verschwenden braucht.

Laurie ist da.

Und ich sage: Yes, she can!