Das Kunstschaufenster im August

 

Horst Hecht

 

Der Künstler Horst Hecht begann seine Erfolg versprechende Karriere im Jahr 1991. Der Meisterschüler von Prof. Klaus Bömmler errang in den Folgejahren sehr wichtige regionale und überregionale Stipendien und Preise und stellte bedeutende Werke in noch bedeutenderen Häusern aus, worauf er zu Recht sehr stolz war.

Zu unser aller großem Bedauern scheiterte er im Jahr 1999 an der Bewerbung für die Verleihung des Villa Massimo Stipendiums, welches stattdessen seinem Hauptrivalen Knut Gerber zugesprochen wurde. Der Schmach nicht genug, verließ ihn seine damalige Lebensgefährtin, die Kunsthistorikerin und Literaturwissenschaftlerin Frau Dr. Dagmar W., ihrerseits stammend aus sehr kultiviertem Elternhaus mit entsprechend sehr guter Kinderstube, um fortan Bett und Tisch mit Herrn Gerber zu teilen.

Herr Hecht gewann die Einsicht, dass messbarer Erfolg aphrodisierende Wirkung auf das zarte Geschlecht haben müsse, woraufhin seine Potenzstörungen zu-, wie in gleichem Maße sein beruflicher Erfolg abnahmen. Die Erkenntnis, dass die Karrierekurve im künstlerischen Sektor mehr oder weniger ausschließlich von Willkür und Zufall bestimmt wird, hat ihn moralisch und emotional schwer beschädigt. Weder Talent, noch sein Durchsetzungsvermögen, auch nicht die mühsam erarbeiteten Kontakte in die höchsten Etagen, ebensowenig wie seine enorme Trinkfestigkeit und die demonstrative Leistungsbereitschaft waren ihm von Nutzen zum Erreichen wichtiger Ziele. Selbst die Fähigkeit GaleristInnen und MuseumsdirektorInnen zu umgarnen und bei Bedarf sexuell und tabulos zu Diensten zu sein halfen ihm in der Karriereplanung nur punktuell. Hinzu kam, dass ihm mit dem Verlust der Lebensgefährtin und Alleinerbin eines größeren Vermögens, Frau Dagmar W., eine finanzstarke Stütze wegbrach. So sah er sich zwangsläufig konfrontiert mit befristeten Lehraufträgen an Pädagogischen Hochschulen, Volkshochschulen und als assistierender Bediensteter in der Museumsaufsicht. Es versteht sich von selbst, das diese demütigenden Umstände nicht dazu beitrugen seine sensible Künstlerpersönlichkeit zu festigen. Erfreulicherweise fand er Halt im Alkohol und in der Gründung einer kleinen Familie – es muss schließlich weitergehen – mit neuer kunstbeflissener Partnerin, so dass er unauffällig und wohl integriert seinen Platz in der Mitte der Gesellschaft behaupten konnte und bis heute kann. Darüberhinaus bereichert er durch eifriges ehrenamtliches Engagement das Kulturleben seiner Heimatstadt und wird belohnt mit hohem Ansehen und der verdienten gesellschaftlichen Anerkennung. Der Kulturausschuss der Gemeinde erarbeitet derzeit für die künstlerische Ausgestaltung der neuen Verkehrsinsel am Ostring die Kriterien für eine Kunstausschreibung (12.780,- € Preisgeld inkusive Spesen). Dieses zukünftige und wichtige Denkmal soll ihm zu Ehren benannt werden: Der Hechtkreisel. Meinen aufrichtigen Glückwunsch!

Das hier vorgestellte Werk setzt sich aus einer sorgfältigen Auswahl früherer Arbeiten zusammen und trägt den feinsinnigen Titel: “Das akute Skrotum” inklusive Untertitel: “Die Sklavenkarawane”.  Dem aufmerksamen Betrachter wird nicht entgangen sein, dass diese an ein internationales Publikum adressierte und mit malerischen und zeichnerischen Elementen versehene äußerst bemerkenswerte Installation möglicherweise religiös motiviert ist.

 

 

Gekämpft, gehofft und doch verloren

Ich muß wieder lernen die Rosen zu sehen

Ein sehr peinliches Geständnis

Das Mädchen mit der Taube

Düstere Botschaft aus Radolfzell

Hörnchen

Tante Hertas Fischvergiftung

Vor der Chorprobe

Orgie II

Das Gespräch wurde aufgezeichnet

Wenn Träume wahr werden

Der insolvente Campingplatzbesitzer

Ich habe keine internen Kenntnisse

Aus dem Leben der Bienen

Herzen haben keine Fenster

Das Massaker von München

 

 

 

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