Das Kunstschaufenster  im Mai

Künstler: Mohammed Emin

Titel: Scheherazade 2.0

 

 

Das Kunstschaufenster besteht aus 16 Abbildungen mit Titel Scheherazade 2.0/1-16 von links nach rechts und oben nach unten. Material: Eiöltempera auf Leinwand.

 

 

 

Miniaturkunst aus dem Automaten (Gouache auf Karton, 70mmx50mm)

 

Mohammed Emin entstammt einem wohlhabenden persischen Kaufmannsgeschlecht, welches durch Handel mit Teppichen, Handfeuerwaffen und Öllämpchen in den letzten Jahrhunderten einen gewissen Reichtum angehäuft hat, der es ihm nun ermöglicht seiner künstlerischen Neigung anstrengungslos freien Lauf zu lassen.

Gegenstand seines künstlerischen Schaffens ist seit nunmehr fast 30 Jahren die zweidimensionale figürliche Darstellung des weiblichen Körpers in beeindruckender Mannigfaltigkeit auf Papier oder Leinwand.

In seiner Kunst offenbart sich eine eindringliche Ehrerbietung gegenüber der Frau als solcher. Persönlich und privat präferiert er den mitteleuropäischen hellhäutigen Typus.

Vor allem in bildungsnahen, sittlich-moralisch motivierten Kreisen ist ihm diese Spezies gerne und bereitwillig zu Diensten. Setzt man dort doch voraus es mit einer allgemein von Verfolgung und Diskriminierung bedrohten Minderheit zu tun zu haben, unter deren Gesellschaft und mit dem diesbezüglichen Engagement an derselben man sich der Anerkennung und des Lobes eines Großteils der Bevölkerung Gewissheit zu verschaffen weiß.

Zweifelsohne profitiert Mohammed Emin von diesem etwas ermüdenden Modell, die eigene Lüsternheit mit altruistischem Gebaren oder Frömmigkeit zu tarnen, welches ganz sicher kein Phänomen des 20. oder 21. Jahrhunderts darstellt. Ist dies doch seit Erfindung der christlichen Religion gängige Praxis. Und dies geschlechtsunabhängig und quer durch alle soziale Schichten. Ließe man das Versteckspiel bleiben, würde dies die Welt ganz sicher nicht zu einem besseren Ort machen. Wahrscheinlich aber ein bisschen vergnüglicher.

Der deutsche Mann

Die genetisch bedingt geringe sexuelle Strahlkraft des deutschen „Cis-Mannes“ hat in den letzten Jahren zusätzlich starke Einbußen erlitten. Obendrein wird diesem bedauernswerten Mangelexemplar noch eine „toxische Männlichkeit“ zugeschrieben. Als ob es nicht schon genug zu tun hätte mit seiner Unterwerfungsanstrengung und dem ständigen Erfolgsdruck, in der irrigen Annahme damit dem Weibe zu Gefallen zu sein. Ob seine Durchsetzungsstärke nun positiv oder negativ zu bewerten ist bleibt wie alles andere auch: Reine Interpretation.

Diversität

Weiterhin erstaunt es ein wenig, dass heutzutage zuvorderst das abweichende Element einer Persönlichkeit zu betonen man geneigt ist. Dieses Abweichen wertemoralisch vorwiegend als bedroht, verfolgt und/oder diskriminiert zu definieren, mag das ein oder andere Individuum irritieren, da es sich von sich aus vielleicht weder verfolgt noch diskriminiert fühlt. Steht doch zweifelsohne die umgekehrte Sichtweise als Möglichkeit zur Verfügung. Diese Perspektive allerdings würde wiederum der kontinuierlich wachsenden Schar von „Sittenwächtern“ das Glaubensfundament ihrer Mission für Anstand und damit deren Selbstgerechtigkeit ins Wanken bringen.

Zudem will man sich als blendend aussehender, empfindsamer und intelligenter Sonderling nicht von einer Masse unschöner, geistig begrenzter, unglücklicher und schlecht riechender Menschen in anbiedernder Weise protegiert wissen, noch zu derartigen Gruppierungen Zugehörigkeit erkennen lassen.

Verwirrung

Vor diesem verwirrenden Hintergrund mag sich der eher mittelmäßig bis unterdurchschnittlich ausgestattete normale Bürger in einer schon fast undurchsichtig zu nennenden Gefühls- und Entscheidungslage wiederfinden, was sowohl den Kern seines Selbstwerts als auch seine soziale Stellung anlangt, die für den Mann von der Straße einen nicht zu unterschlagenden Wert darstellt. Will dieser einfache Mann doch nichts anderes als eine Frau. Und vor allem seine Ruhe. Er will keine tiefgründigen oder unnötigen Problemgespräche führen und vor allem will er – ganz banal – sexuelle Befriedigung. Er ist aufgrund mangelnder Phantasie nur noch nicht auf die Idee gekommen diese anders herbeizuführen als durch den gemeinen Vaginalverkehr. Die hilflos anmutende Verhaltensrechtfertigung nur dem „natürlichen“ Fortpflanzungstrieb zu folgen erscheint etwas fragwürdig in Zeiten globaler Bevölkerungsexplosion und Ressourcenknappheit. Man mag es einsortieren in den schon erwähnten Unterwerfungsdrang des Mannes gegenüber der Frau, deren hormonell gesteuerter Gebärtrieb pauschal gesehen keinesfalls unterschätzt werden darf. Der Frau bleibt ja nichts anderes übrig, als irgendein austauschbares paarungsbereites Männchen zu benutzen. Die vielfach erzählten trivial-sentimentalen Vorstellungen von Romantik und Innerlichkeit werden hier der Einfachheit halber nicht behandelt. Tiefe Gefühle sollten denen überlassen bleiben, welche entsprechende Talente mitbringen. Ein kleiner überschaubarer Personenkreis.

Mohammed Emin ist vom eben beschriebenen Zustandsgeschehen vollkommen unberührt. Es ist ihm schlicht völlig gleichgültig, in welchen luxuriösen Machtspielchen sich die saturierten und ungläubigen Abendländer verheddert haben. Er tut nichts anderes als daneben zustehen und ab und an eine Frau mit wollüstig gespreizten Schenkeln zu besteigen, die am liebsten noch ein bisschen geschlagen werden will und offenbar Lust empfindet an der Entwertung ihrer Person durch einen edlen oder nicht ganz so edlen Wilden. Die Produkte dieser körperlichen Vereinigung können sich des späteren immer noch entscheiden, ob sie die verdrängte Scham der Mutti in Form von Verachtung (der Nazi-Opa würde an dieser Stelle laut applaudieren) oder eigens zusammen gebastelter Verehrung auf den Vati oder irgendeinen beliebigen Stellvertreter desselben übertragen, sich durch übertriebene Anpassung zu Höchstleistungen bringen lassen oder die Scham der Mutti in Selbstbestrafung ausleben. In seltenen Ausnahmefällen soll es auch Exemplare geben, die einen individuellen Weg finden und ein zwangloses lustiges Leben leben, weil sie begriffen haben, dass es in üblicher Weise um nichts geht.

In seiner ausgedehnten Freizeit liest Mohammed Emin gerne philosophische Texte aus dem Sufismus, verlagert seinen ausgeprägten Sinn für Romantik und Poesie ausschließlich auf die geistig-spirituelle Ebene und legt sich, bisweilen angewidert vom menschlichen Treiben, in seine von zarten Kinderhänden geknüpfte Hängematte aus reinster Seide, die wärmenden Sonnenstrahlen genießend und transpirierend auf seine etwas zu dicke Haut.

Abschließend erwähnt sei, dass Mohammed Emin unsere uneingeschränkte Sympathie und Bewunderung genießt.